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Bücherverbrennung 1933

Ausstellung und Mahnmal zur Bücherverbrennung in Regensburg 1933

Ein Projekt der Realschule am Judenstein, der Staatlichen Bibliothek Regensburg und der Abteilung Geschichtsdidaktik der Universität Regensburg


Am 12. Mai 1933 marschierte die Hitlerjugend mit etwa 680 ihrer Mitglieder am Neupfarrplatz in Regensburg auf. Sie hatten sich versammelt, um dort „unerwünschte“ Schriften ins Feuer zu werfen. Werke sogenannter „verfemter“ Autoren, wie z. B. Bertolt Brecht, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky, Sigmund Freud, Erich Kästner, Alfred Döblin, Erich Maria Remarque, Thomas Mann wurden zu dieser Zeit an verschiedenen Orten in ganz Deutschland Opfer der Flammen.


Weil sich im Mai 2013 das Ereignis der Bücherverbrennung zum achtzigsten Mal jährte, schlossen sich Dr. Bernhard Lübbers von der Staatlichen Bibliothek, Dr. Josef Memminger von der Universität Regensburg und Dr. Peter Spateneder von der Realschule am Judenstein zusammen, um im Rahmen des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten „Denkwerk-Projektes“ gemeinsam eine Ausstellung zur Bücherverbrennung zu entwickeln. An der Realschule am Judenstein setzte die Klasse 9b zusammen mit Dr. Peter Spateneder und der Klassenleiterin, Frau Vanessa Messer, das Vorhaben um. Zusätzlich standen die Geschichtsreferendare des Studienseminars der Realschule am Judenstein den Schülern zur Seite.


Die Ausstellung zur Bücherverbrennung beleuchtete das Thema aus acht unterschiedlichen Perspektiven:

  1. Machtergreifung im Reich
  2. Reichsweite Planung und Durchführung der Bücherverbrennung
  3. Verfemte Autoren
  4. Regensburg im Vorfeld der Bücherverbrennung
  5. Planung und Vorbereitung der Bücherverbrennung in Bayern und Regensburg
  6. 12. Mai 1933 – Die Bücherverbrennung auf dem Neupfarrplatz
  7. Geschichte des Neupfarrplatzes
  8. Regensburger Bücherverbrennung in der Erinnerung

Auf Stellwänden und in Vitrinen wurde das Thema durch Informationstexte, Quellen, zeitgenössische Bilder, historische Filmaufnahmen etc. aufbereitet.

Zusätzlich zu der Ausstellung, die großen Anklang fand, konnten die Schülerinnen und Schüler bei der Stadtspitze erwirken, dass auf dem Neupfarrplatz in Regensburg nun eine Gedenktafel an das unselige Ereignis vom 12. Mai 1933 erinnert.


Für ihr Engagement erhielt die 9b der Realschule am Judenstein im November 2013 den Hans-Weber-Preis für Toleranz und Demokratie.